Zauberkogel-Diex

Die wunderschöne Diexer Berglandschaft, in der man sich dem Himmel viel näher fühlt als im Tal, ist schon lange Heimat und Anziehungspunkt naturverbundener Menschen. Das "x" in Diex weist darauf hin, dass der Name keltischen Ursprungs ist. Er könnte von den Diesen kommen, weiblichen Göttinnen.

Von der weitreichenden Vergangenheit der kleinen Ortschaft auf der Saualpe, erzählt eine ostkeltische Großsilbermünze, die 1847 hier gefunden wurde. Ein Pferd und eine Triskele sind darauf zu erkennen. Sie zeigt, dass es weitläufige Kontakte zwischen den Keltenstämmen gab - in wievielen Händen ist sie wohl schon gelegen und wie weit ist sie wohl herumgekommen?

Außerdem war beim Bauernhof Roschanz ein römischer Grabstein eingemauert - der Grabstein ist zwar eine römische Sitte, die Namen darauf aber sind keltisch. Er erzählt von der Römerzeit, als die Kelten sich einiges von den Römer abgeschaut haben....

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Diex 895: "....et nemus in monte Diehshe". Möglicherweise deutet das nemus auf ein Nemeton, auf einen Hain, einen Kultplatz hin. Dass sich die Anhänger der alten Naturphilosophie, die "Heiden" hier in der abgelegenen Gegend von Diex lange gehalten haben, zeigt die Pfarrchronik, in der so manche Klage darüber laut wird, dass es die Pfarrer hier alles andere als einfach hatten. Einer soll die Bauern als Zauberer beschimpft haben.... und es wurde erwartet, dass die Geistlichen beim Wettermachen helfen sollten....

Im 18. Jhd. wurden die übernächtlichen Wallfahrten verboten, da die Leute ja spielen, tanzen, raufen und trinken könnten. Den Diexern war aber und ist heute noch die Wallfahrt nach Maria Zell sehr wichtig, weil sie daran glauben, dass Unwetter dadurch abgehalten werden. Und so gingen sie einfach ohne Geistlichen und ohne Kreuz - weil sie meinten, dann damit nicht gegen das Gesetz zu verstossen....

Auch erzählt die Pfarrchronik noch im 19. Jahrhundert von einem reichen, gescheiten und geschätzten Mann, der selten zur Kirche ging, weil er seine Andacht in freier Natur verrichtete. Er soll auch ein bißchen Arzt gewesen sein, die Leute kamen von weit her zu ihm, um sich von ihm helfen zu lassen.

Ein besonderer Platz für die, die der alten Naturphilosophie angehängt sind, ist der Zauberkogel, der mit 1214m die höchste Erhebung der südlichen Saualpen-Ausläufer ist und damit einen wunderschönen Rundblick bietet. Unter anderem war früher der Blick frei auf die urgeschichtlichen Siedlungsstätten Gracarca, Hemmaberg, Lambrechtskogel und den Magdalensberg.

Auf dem Zauberkogel befindet sich ein Plateau von 25 m Länge, 8 m Breite, das 2 m das umliegende Gelände übersteigt. Es wird vermutet, dass hier ein Versammlungsplatz, eine vorchristliche Kultstätte liegt. Noch in christlicher Zeit blieb der Platz Gemeinschaftsbesitz.

Bei der Hexenverfolgung in Kärnten soll der Zauberkogel ähnliche traurige Berühmtheit erlangt haben wie der Blocksberg. Viele Sagen ranken sich um den Zauberkogel, in denen sich Hexen und Zauberer am Berg treffen und dort ihr Unwesen treiben. Hier merkt man noch die Nachwehen der Hexenprozesse - von Neid und Mißgunst (was ja oft genug der wirkliche Grund war, jemanden als Hexe oder Hexer zu beschuldigen) ist oft die Rede und dass man sich deswegen gegenseitig verhext und Unheil zufügt.

Auch der Teufel kommt laut Sagen zu Besuch....ob er die Verzerrung des grünen wilden Mannes ist, der ein grünes Käppchen trägt und den Kindern im Winter Erdbeeren schenkt?

Ein Überbleibsel aus der alten Zeit ist wohl der Hexenstein, der vielleicht einmal als Visierstein gedient hat.

Auf dem Zauberkogel ist der Hoidl daheim, so der Name eines Bauernhofs - der vom "Heiden" abstammt. Auch der Name des Putzgerhofes im Keltendorf am Zauberkogel ist schon sehr alt und von den drei Bethen, den drei heiligen Frauen, abgeleitet, es gehörten damals auch drei Quellen dazu.