Grubenhaus
 
 
 
ghaus1 Das zweite keltische Haus ist ein Grubenhaus und befindet sich noch im    Aufbau. Grubenhäuser wurden in ganz Mitteleuropa vom Neolithikum bis in die frühe  Neuzeit herauf gebaut. Die Bezeichnung Grubenhaus trifft auf ein breites Spektrum von Häusern zu. Beginnend bei primitiven Erdhütten bis zu unterkellerten Häusern.
 Auffälligstes Merkmal ist der Bauweise in die Erde hinein. Der Innenraum liegt von 30cm bis über einen Meter unter Bodenniveau. Bei vielen Grubenhäusern reichte das Dach
 seitlich bis auf den Erdboden hinunter und oft hatten solche Häuser keine Seitenwände. Die Nutzung dieser Grubenhäuser reichte von Wohnstätten über Lagerhäuser bis zu Werkstätten,
 und in vielen Fällen wurden diese Möglichkeiten wahrscheinlich miteinander kombiniert. Das Dach wurde mit unterschiedlichen Materialien gedeckt wie Stroh, Erde, Schilf und Schindeln
aus verschieden Materialien.
 
Hinter der Idee und Planung unseres Grubenhauses steht Eveline, die auch einen Großteil des
Grubenhauses finanziert hat. Der Schräglage des Geländes angepasst, bauten wir unser
Grubenhaus direkt in den Hang hinein. Nach dem Motto, „willst du ein Grubenhaus so hebe eine Grube aus“, ließen wir einen Bagger eine Grube mit ca. 5x3x3 Metern ausheben. Die ca. 3 Meter Höhe ergaben sich hinten
durch die Hanglage, vorne liegt der Hausboden 30cm unter Bodenniveau.
Als nächstes setzten wir unter erheblicher Anstrengung die drei Steher für den Dachgiebel und zusätzliche sechs Steher als
 
 
Stütze für das Dach. Wie auch beim Rundhaus kohlten wir alle Steher ca. 1cm tief an damit der Fäulnisprozess
 großteils verhindert wird. Der nächste Schritt war der 1.Stock, welcher später als Schlafplatz dienen soll.
 Nochmal zehn Steher mussten gesetzt werden. Der Aufgang in dieses Stockwerk ist außen angedacht.
 
hausg3 hausg4
 
Einer besonders gut ausgedachten Berechung bedurfte die „Dachstuhl“ – Konstruktion. Da wir das Dach als
 Flechtwerk mit Erde und danach mit Grasziegeln decken wollten, musste das Gefälle und die Schräglage des
 Daches genau beachtet werden. Bei einem zu geringem Gefälle nach vorne bilden sich im hinteren Bereich Wasserseen.
 Wenn die Schräglage des Daches seitlich zu gering ausfällt, rinnt das Wasser durch die Erden in das Haus hinein,
 bei einem zu steilem Dach trocknet die Erde und das Gras aus und bröckelt mit der Zeit immer mehr ab und/oder
 wird vom Wind abgetragen.
 
hausg5hausg6
 
Zum Glück bedachte Eveline diese Gefahr und klügelte eine Lösung aus. Also setzten wir diese Lösung
 um und schon ging es ans platzieren der Schräg – und Giebelbäume. Wieder wurden die in der Erde verankerten
 Bäume zuvor angekohlt. Als nächstes war die Querverlattung der des Daches an der Reihe. Hier musste wieder
 genau auf die Abstände geachtet werden um später das Einflechten der Hasel – und Weidenruten zu erleichtern.
 Wie viele Kilometer Ruten wir geschnitten und geflochten haben um dieses Dach fertig zu stellen, kann niemand
 mit Bestimmtheit sagen. Nur so viel: Für einen Flechtwerkzaun von 7 Metern Länge und 2 Metern Höhe braucht man über 500 Meter
 Ruten ;). Ein Drittel des Daches wurde bereits mit Erde und Grasziegeln bedeckt. Weiters geplant sind
 die Innen – und Außenwände aus Flechtwerk und Lehm, möglicherweise ein Holzboden, ein Brotbackofen,
 Webstuhl und Spinnrad, sowie rund um das Grubenhaus ein Garten mit traditionellen Färbepflanzen.
 
hausg7
 
Lust mit ein bleibendes Werk zu erschaffen???  Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.